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共同聲明 | 新聞稿

抗議德中聲明台協會德文新聞稿

Pressebericht zu Kundgebung/ Straßentheater

Taiwan, das Opfer der aktuellen politischen Gemengelage


Kurzinfo:

Als Reaktion auf die im Rahmen der diplomatischen Wiederannäherung an China abgegebenen Äußerungen von Außenminister Steinmeier zu Taiwan hat am 23. Februar eine zweistündige Kundgebung mit über 100 Teilnehmer/innen und mehreren Rednern in Berlin stattgefunden. Veranstaltungsort war der Breitscheidplatz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Die Kundgebung bestand aus einem Schweige-Protest, Straßentheater, traditioneller taiwanesischer Trommelmusik und Information. Die Veranstaltung ist auf positive Resonanz und Interesse der Anwesenden gestoßen.

Anlass:

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben ihre Kritik daran zum Ausdruck gebracht, dass die deutsche Regierung wegen eigener wirtschaftlicher Interessen und außenpolitischen Nutzens Taiwan zum Opfer macht. Sie baten die deutsche Regierung ihre Äußerung zurückzunehmen, dass Taiwan und Tibet Teil des chinesischen Territoriums seien. Gleichzeitig riefen sie dazu auf, die Selbststimmung der Bürger und Bürgerinnen Taiwans sowie das Referendum für den Beitritt zur UN, das im März stattfinden soll, zu respektieren.

Die deutsch-chinesische Beziehung hatte seit dem letzten Jahr, nachdem die Bundeskanzlerin Merkel den Dalai Lama empfing, ihren Tiefstand erreicht. Um das als Krise bezeichnete Verhältnis zu China aufzulockern, hat die deutsche Regierung mehrmals Erklärungen zuungunsten Taiwans abgegeben. Im Dezember 2007 gab der Regierungssprecher Wilhelm bekannt, dass die Bundesregierung gegen das Ersuchen der Mitgliedschaft Taiwans in den Vereinten Nationen sei. Am 22. Januar nach dem Zusammentreffen mit dem chinesischen Außenminister Yang Jiechi, hat Außenminister Steinmeier in einer Erklärung bekräftigt, dass Deutschland an der Ein-China-Politik festhalten werde und Taiwan und Tibet Teile Chinas seien.

Veranstalter und Teilnehmer/innen:

Die Protestkundgebung wurde vom Taiwan Verein in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit 11 weiteren Initiativen, darunter auch der Gesellschaft für bedrohte Völker initiiert. Neben den in Berlin lebenden Taiwanern und taiwanesischen Studierenden kamen noch über 60 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland (u.a. Hamburg, Frankfurt, Freiburg, Göttingen, Münster, München).

Ablauf:

Mehr als ein Hundert Teilnehmer und Teilnehmerinnen saßen mit Plakaten und beschrifteten Bannern auf dem Boden. Jeder trug eine Mundmaske um zu verdeutlichen, dass die Stimme der Bürger und Bürgerinnen Taiwans durch die Haltung Deutschlands und Chinas von der Weltgemeinschaft nicht gehört werden kann.

In der Veranstaltung präsentierten die taiwanesischen Studierenden ein Theaterstück, das die aktuelle deutsch-taiwanesische Beziehung und ein gewünschtes Szenario visualisierte. Dies hat die Aufmerksamkeit eines zahlreichen Publikums auf sich gezogen.

Die Vorsitzende des Taiwan Verein in Deutschland e.V. Shih-cheng Lien hat eine Erklärung verlesen. Sie legte den Status Taiwans aus faktischer, historischer und rechtlicher Sicht dar. Der Status Taiwans ist durch das Friedenabkommen von San Francisco von 1951 bestimmt und es wurde klargestellt, dass Taiwan der Volksrepublik China nicht gehört. Sie machte außerdem deutlich, dass die Demokratie in Taiwan durch die deutsche Außenpolitik gefährdet und der Beitritt zu internationalen Organisationen wie UN und WHO verhindert werden soll.

Weitere Redebeiträge von Teilnehmern der Veranstaltung betrafen insbesondere den erreichten Stand der Demokratisierung. Neben anderen sprach der Hochschuldozent Reinhold Wandel der Universität Magdeburg in seiner Rede davon, dass er in den 70er Jahren während seines Lehraufenthalts in Taiwan die damalige Diktatur erlebt hat. Deswegen sei er peinlich berührt davon, dass die deutsche Regierung behauptet hat Taiwan sei Teil Chinas, weil damit die von den Taiwanern erlangten Werte zunichte gemacht werden.

Dies spiegelt den Gesamttenor der Reaktionen auf die Veranstaltung wieder.

 

Mit freundlichen Grüßen
Shih-Cheng LIEN
(Vorsitzende des Taiwan Verein
in Deutschland e.V.)


 




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